Schülerpartizipation

Der Grundschulverbund Liebfrauen ist für seine ca. 300 Schülerinnen und Schüler nicht nur Lern- sondern auch Lebensort. Das heißt, dass sie sich an vielen Entscheidungsprozessen über das Zusammenleben in der Pause, in den Klassen und in der Schulgemeinschaft beteiligen und mitentscheiden. Denn wer aktiv mitbestimmt und entscheidet, ist eher bereit Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Am Grundschulverbund Liebfrauen gibt es im Sinne der Schülerpartizipation schon einige Bereiche, in denen die Schülerinnen und Schüler aktiv mitwirken.

Im Pausenbereich:

  • Die Schüler geben Vorschläge zur Auswahl der Spielgeräte und regeln das Aufräumen nach den Pausen
  • Pausenregeln werden vereinbart und auch Konsequenzen bei Nichteinhalten der Regeln erarbeitet, besprochen und schriftlich festgehalten

Angestrebt im Bereich „Pause“ wird in Zukunft die Gestaltung der Regenpause, Neuanschaffungen für Pausenspiele, das Thema Sauberkeit, die Nutzung des Bolzplatzes, die Errichtung von Ruhezonen und die Ausbildung von Streitschlichtern.

In den Klassen/im Unterricht:

  • Die Schüler erarbeiten die Aufgabenverteilung in der Klasse, sprich Klassendienste und regeln die Verteilung der Dienste
  • Sie wählen den Klassensprecher und besprechen seine Aufgaben, Rechte und Pflichten.
  • Im offenen Unterricht wählen die Schüler den Aufgabenbereich frei aus und helfen anderen Mitschülern (Assistentensystem)
  • Referate oder Minivorträge werden nach Neigung und Interesse frei ausgewählt
  • Sie wirken aktiv bei der Themenauswahl bei Schulausflügen mit

Angedacht in dem Bereich „Klassen/Unterricht“ ist die Einrichtung einer Schülerbücherei (von Schülern für Schüler), die Errichtung einer Computer- und Forscherecke.

Im Schulgebäude/auf dem Schulgelände:

  • Die Schüler nehmen aktiv an der Klassenraumgestaltung teil
  • Sie gestalten Präsentationsflächen für Unterrichtsergebnisse
  • Sie regeln die Nutzung des Bolzplatzes in den Pausen
  • Vorschläge zur Pausenhofgestaltung (auch Neugestaltung) werden mit den Kindern erarbeitet und besprochen
  • Die Kinder nutzen das in der Klasse entwickelte Beschwerdemanagement zur Klärung von Problemen mit Mitschülern und Lehrern.
  • Die Denk- und Dankzettelaktion wird alle 2 Jahre von den 3. und 4. Schuljahren mit der Polizei veranstaltet. Die Kinder machen die Autofahrer vor der Schule auf das Tempolimit 30 aufmerksam und verteilen entweder einen Dankzettel (bei Einhaltung Tempo 30) oder einen Denkzettel, wenn sie gegen die Verkehrsregel verstoßen haben.

Im Bereich Schulgebäude/Schulgelände wird in Zukunft eine Schülerabfrage zur weiteren Gestaltung des Bereichs stattfinden.

Projekte/Feste:

  • Die Schüler suchen mit dem Lehrer den Lesekönig der Klasse aus, der dann die Chance hat am Leselöwenwettbewerb im Kreis Borken teilzunehmen
  • Die Adventsmontage werden von den Kindern in der Klasse vorbereitet und gestaltet.
  • Die Begrüßung der Schulneulinge auf dem Schulhof bereiten die Kinder mit den Lehrern vor.
  • Die Verabschiedung der 4. Schuljahre wird von den Schülern und Lehrern vorbereitet.
  • In der Projektwoche befassen wir uns mit dem "Kleinen WIR" passend zu unserem Leitspruch: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Anschließend feiern wir mit der ganzen Schule ein tolles Schulfest.
  • Das Sportfest lässt alle Kinder aktiv werden und bietet eine gute Möglichkeit das Deutsche Sportabzeichen zu erlangen.
  • St. Martin wird von den Schülern gestaltet.
  • Alle 4 Jahre besucht uns ein Zirkus und lädt alle Kinder ein, sich an der Show in der Manege zu beteiligen. Dies wird den Eltern dann im Anschluss dargeboten.

 

 

 

 

Inklusion

Vielfalt gemeinsam gestalten – Inklusion am Grundschulverbund Liebfrauen

 

„Ihr lacht über mich, weil ich anders bin – ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid.“ (Kurt Cobain)

 

„Jedes Kind ist einzigartig.“

Dieser Aussage werden wohl die meisten Menschen sofort zustimmen. Denn jedes Kind nimmt seine Umwelt auf eigene Weise wahr, entdeckt Zusammenhänge unterschiedlich und entwickelt individuelle Strategien, um zu lernen.

Genauso vielfältig wie ihre Persönlichkeiten sind auch die Voraussetzungen, mit denen Kinder in die Schule kommen: unterschiedliche Herkunft, Religionen, Geschlechter, Lernbiographien, Lernstrategien, körperliche Voraussetzungen oder Leistungsniveaus.

Unsere Aufgabe als Schule ist es, dieser Vielfalt tagtäglich professionell zu begegnen und jedem Kind die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen weiterzuentwickeln. Kinder lernen dabei in unterschiedlichem Tempo, mit unterschiedlicher Ausdauer und über verschiedene Zugänge zu Lerninhalten.

 

Gemeinsam lernen – Vielfalt als Chance

Am Grundschulverbund Liebfrauen lernen Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam. Aktuell besuchen einzelne Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unsere Schule, derzeit insbesondere in den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Hören und Kommunikation.

Gleichzeitig zeigt sich bereits, dass künftig auch weitere Unterstützungsbedarfe, etwa in den Bereichen Lernen oder Sprache, stärker in den schulischen Alltag hineinwirken werden.

Vor diesem Hintergrund hat der Grundschulverbund Liebfrauen einen Antrag auf Anerkennung als Schule des Gemeinsamen Lernens zum Schuljahr 2026/2027 gestellt. Ziel ist es, die bestehenden inklusiven Strukturen weiter auszubauen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Förderung aller Kinder zu schaffen.

 

Individuelle Förderung im Unterricht

Inklusiver Unterricht bedeutet für uns, Lernangebote so zu gestalten, dass sie den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder gerecht werden. Schülerinnen und Schüler arbeiten dabei auf verschiedenen Niveaustufen, mit differenzierten Materialien und in ihrem individuellen Lerntempo.

Für einige Kinder werden Lernziele angepasst oder Lernwege stärker strukturiert, um eine erfolgreiche Lernentwicklung zu ermöglichen. Grundlage hierfür sind kontinuierliche Beobachtungen, diagnostische Verfahren sowie eine gemeinsame Förderplanung im Kollegium.

Die sonderpädagogische Unterstützung erfolgt derzeit durch eine sonderpädagogische Lehrkraft, die an zwei Tagen in der Woche an den Standorten des Grundschulverbunds tätig ist. Sie unterstützt die Kolleginnen und Kollegen insbesondere bei diagnostischen Fragestellungen, der Förderplanung sowie bei individuellen Fördermaßnahmen für einzelne Kinder.

 

Differenzierte Lernräume und individuelle Unterstützung

An beiden Standorten des Grundschulverbunds stehen Differenzierungsräume zur Verfügung, die gezielt für die individuelle Förderung genutzt werden können. Diese Räume ermöglichen es, Kinder zeitweise in kleineren Gruppen oder in Einzelsituationen zu begleiten.

Sie werden beispielsweise genutzt für:

  • diagnostische Gespräche und Förderdiagnostik
  • Kleingruppenförderung
  • individuelle Lernbegleitung
  • Beratungsgespräche mit Kindern oder Eltern
  • ruhige Arbeitsphasen für Schülerinnen und

Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf

Durch diese räumlichen Möglichkeiten können Lernangebote flexibler gestaltet und Kinder noch gezielter unterstützt werden.

 

Zusammenarbeit im multiprofessionellen Umfeld

Die Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen gelingt nur durch enge Zusammenarbeit. Deshalb stehen regelmäßige Gespräche und ein kontinuierlicher Austausch im Kollegium im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Darüber hinaus legen wir großen Wert auf eine Vernetzung mit außerschulischen Kooperationspartnern. Dazu gehören unter anderem Förderschulen, therapeutische Einrichtungen sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus dem Bereich der Jugendhilfe. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, Kinder ganzheitlich zu begleiten und individuelle Unterstützungsangebote besser aufeinander abzustimmen.

 

Schule als Entwicklungsprozess

Gemeinsames Lernen und inklusive Bildung sind keine abgeschlossenen Konzepte, sondern kontinuierliche Entwicklungsprozesse. Auch am Grundschulverbund Liebfrauen überprüfen und entwickeln wir unsere Strukturen fortlaufend weiter, um allen Kindern bestmögliche Lernbedingungen zu ermöglichen.

Sollten Sie Fragen zu unserer inklusiven Arbeit haben, sprechen Sie uns gerne an.

 

Ansprechpartner für Inklusion und sonderpädagogische Förderung

Bei Fragen zur individuellen Förderung, zu sonderpädagogischer Unterstützung oder zum gemeinsamen Lernen steht Ihnen unsere Lehrkraft für Sonderpädagogik gerne zur Verfügung.

Sie erhalten hier Informationen und Beratung zu:

  • sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf
  • individuellen Fördermöglichkeiten im Unterricht
  • Diagnostik und Förderplanung
  • Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder mit Lern-, Sprach- oder Verhaltensbesonderheiten
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern (z. B. Therapien oder Beratungsstellen)

Gerne vereinbaren wir bei Bedarf einen persönlichen Gesprächstermin.

Ansprechpartner: Jonas Happel

Kontakt: jonas.happel@gsvlf.bocholt.de

 

„Es kann Gott nicht darum gegangen sein, ein einzelnes perfektes Abbild seiner selbst hervorzubringen. Die Gottebenbildlichkeit zeigt sich vielmehr gerade in der Verschiedenheit der Menschen, die einander ergänzen. Jeder hat besondere Gaben, aber auch Schwächen. All das hat seine Berechtigung.“ (Genesis / 1. Mose 1,26f)